Volatilität
Volatilität bezeichnet das Maß für die Stärke und Häufigkeit von Kursschwankungen einer Aktie innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Eine hohe Volatilität bedeutet, dass der Kurs stark und oft schwankt; eine niedrige Volatilität steht für vergleichsweise ruhige Notierungen.
Erklärung
Wer Aktien Risiken verstehen möchte, begegnet der Volatilität als einem der zentralen Begriffe. Sie beschreibt, wie stark der Kurs einer Aktie um einen mittleren Wert herum schwankt. Gemessen wird sie meist als Standardabweichung der Tagesrenditen über einen bestimmten Zeitraum, häufig auf ein Jahr hochgerechnet (annualisiert). Je weiter die einzelnen Tagesergebnisse streuen, desto höher fällt die Volatilität aus.
Volatilität ist dabei nicht gleichbedeutend mit Verlust. Sie erfasst sowohl Aufwärts- als auch Abwärtsbewegungen. Eine Aktie kann sehr volatil sein und dennoch über längere Zeit an Wert gewinnen. Für die Einschätzung eines Risikos ist sie dennoch wichtig, weil starke Schwankungen das Ausmaß möglicher zwischenzeitlicher Verluste erhöhen und weil sie ein Maß für die Unsicherheit der künftigen Entwicklung ist.
Unterschieden wird meist zwischen der historischen Volatilität, die aus vergangenen Kursen berechnet wird, und der impliziten Volatilität, die aus Optionen abgeleitet wird und Erwartungen der Marktteilnehmer an künftige Schwankungen widerspiegelt. Beide sind Schätzwerte und keine Vorhersagen.
Zwei Notierungen schwanken über mehrere Wochen unterschiedlich stark: Der eine Wert bewegt sich zumeist nur um wenige Prozentpunkte pro Tag, ein anderer zeigt gelegentlich Ausschläge von über acht Prozent. Letzterer weist eine höhere Volatilität auf. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass er sich schlechter entwickelt — wohl aber, dass die Spannweite möglicher Ergebnisse größer ist und zwischenzeitliche Rückgänge stärker ausfallen können.
Abgrenzung
Volatilität wird oft mit dem Verlustrisiko gleichgesetzt, beschreibt jedoch nur die Streuung der Schwankungen, nicht die Richtung. Der Beta-Faktor setzt die Volatilität einer einzelnen Aktie zur Schwankung des Gesamtmarkts ins Verhältnis. Der Maximum Drawdown misst hingegen den größten tatsächlichen Rückgang von einem Hoch zum folgenden Tief und ist damit ein Verlustmaß, kein reines Streuungsmaß.
Häufige Fragen
Bedeutet hohe Volatilität automatisch hohen Verlust?
Nein. Volatilität erfasst Auf- und Abwärtsbewegungen. Hohe Volatilität vergrößert jedoch die Spannweite möglicher Ergebnisse und damit auch das Ausmaß möglicher zwischenzeitlicher Verluste.
Kann Volatilität die Zukunft vorhersagen?
Nein. Die historische Volatilität beschreibt die Vergangenheit. Sie ist ein Hinweis auf die Unsicherheit, aber keine Vorhersage künftiger Kurse.