Konzentrationsrisiko
Das Konzentrationsrisiko entsteht, wenn ein Engagement stark auf wenige Werte, eine einzelne Branche oder eine Region konzentriert ist. Ein Rückschlag im Schwerpunkt trifft dann den gesamten Verbund überproportional.
Erklärung
Wer investieren lernen möchte, lernt schnell: Die Frage der Streuung entscheidet darüber, wie sehr man von einzelnen Ereignissen abhängig ist. Das Konzentrationsrisiko ist gewissermaßen die Kehrseite der Diversifikation. Wer sein Kapital auf einen einzigen Wert oder eine einzige Branche konzentriert, trägt das volle Risiko genau dort — ohne dass andere Werte ausgleichen könnten.
Konzentration ist nicht per se ein Fehler. Manche Akteure setzen bewusst auf wenige Werte. Sie nehmen dafür in Kauf, dass ein Rückschlag des Schwerpunkts den Gesamterfolg stark bestimmt. Das Konzentrationsrisiko beschreibt schlicht die Abhängigkeit, nicht ob sie gewollt ist oder nicht. Wichtig ist nur, sich dieser Abhängigkeit bewusst zu sein.
Eng verbunden ist das Konzentrationsrisiko mit dem unsystematischen Risiko, weil es sich durch Streuung verringern lässt. Auch mit dem Bonitätsrisiko überschneidet es sich: Wer stark auf einen Herausgeber mit fraglicher Zahlungskraft setzt, trägt gleich zwei Risiken gleichzeitig. Verwandt ist zudem das Länderrisiko bei Konzentration auf eine Region.
Jemand hält fast ausschließlich Werte aus einer einzigen Branche. Tritt in dieser Branche ein Rückschlag ein, betrifft er fast den gesamten Verbund, weil es keine anderen Werte gibt, die gegensteuern könnten. Hätte die Person über mehrere Branchen gestreut, wäre der Rückschlag nur ein Teil des Ganzen gewesen. Das Konzentrationsrisiko hat hier die Wirkung des Ereignisses verstärkt.
Abgrenzung
Das Konzentrationsrisiko ist das Risiko einseitiger Streuung, die Diversifikation das Gegenkonzept. Es gehört zum unsystematischen Risiko, weil sich durch breitere Streuung einzelne Risikoanteile verringern lassen. Vom Liquiditätsrisiko unterscheidet es sich, weil auch ein breit gestreuter Verbund illiquide sein kann.
Häufige Fragen
Ist Konzentration immer ein Fehler?
Nicht zwingend. Manche setzen bewusst auf wenige Werte. Wichtig ist nur, sich der erhöhten Abhängigkeit bewusst zu sein und sie zur eigenen Situation ins Verhältnis zu setzen.
Ab wann liegt eine Konzentration vor?
Es gibt keine feste Grenze. Je größer das Gewicht einzelner Werte oder Bereiche, desto stärker das Konzentrationsrisiko. Eine Einzelfallbetrachtung ist nötig.