Verlustrisiko

Definition

Verlustrisiko bezeichnet die grundsätzliche Möglichkeit, mit einer Aktie Geld zu verlieren. Das reicht von zwischenzeitlichen Kursrückgängen bis hin zum teilweisen oder vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals.

Erklärung

Für alle, die Aktien für Anfänger verstehen lernen möchten, ist das Verlustrisiko der naheliegendste Begriff: Wer ein Wertpapier hält, trägt die Gefahr, dass sein Wert sinkt. Niemand garantiert, dass sich ein eingesetzter Betrag zurückerhält; im Fall einer Unternehmensinsolvenz kann eine Beteiligung sogar wertlos werden.

Das Verlustrisiko hat mehrere Ursachen. Allgemeine Marktbewegungen drücken auf viele Notierungen gleichzeitig, ereignisbedingte Erschütterungen treffen einzelne Werte, und unternehmensspezifische Probleme wie eine schwache Ertragslage oder eine schlechte Bonität können den Kurs dauerhaft belasten. Hinzu kommt, dass starke Volatilität zwischenzeitliche Verluste vergrößert.

Verluste lassen sich nicht ausschließen, ihr Ausmaß und ihre Wahrscheinlichkeit lassen sich jedoch einordnen. Dafür dienen Begriffe wie Risikoklassen, der Maximum Drawdown als Maß für den größten historischen Rückgang oder der Value at Risk als statistische Schätzung möglicher Verluste. Diese Werkzeuge ersetzen keine Beratung, erleichtern aber das Verständnis.

Beispiel

Wer einen Betrag in eine einzelne Aktie einbringt und der Kurs gibt um vierzig Prozent nach, hat diesen Wertzuwachs an Kapital vorerst verloren. Steigt das Unternehmen später wieder, kann sich ein Teil erholen — oder der Verlust bleibt bestehen. Würde das Unternehmen insolvent gehen, drohte nahezu der vollständige Verlust des eingesetzten Kapitals.

Abgrenzung

Das Verlustrisiko ist der übergreifende Begriff, während spezifische Maße wie der Maximum Drawdown oder der Value at Risk versuchen, das Risiko zu quantifizieren. Vom Verlustrisiko abzugrenzen ist die bloße Volatilität: Sie misst Schwankungen in beide Richtungen, nicht nur Verluste. Die Diversifikation ist keine Beseitigung, sondern eine Verringerung einzelner Risikoanteile.

Häufige Fragen

Kann man das Verlustrisiko vollständig ausschließen?

Nein. Wer Wertpapiere hält, trägt immer ein Verlustrisiko. Maßnahmen wie Streuung können einzelne Anteile verringern, nicht aber das Risiko vollständig beseitigen.

Kann man sein ganzes Kapital verlieren?

Im Fall einer Unternehmensinsolvenz kann eine Beteiligung weitgehend wertlos werden. Wie hoch das Risiko im Einzelfall ist, hängt unter anderem vom Unternehmen und von der Streuung ab.