Liquiditätsrisiko

Definition

Das Liquiditätsrisiko bezeichnet die Gefahr, eine Aktie nicht, nicht schnell genug oder nur mit Preisabschlägen verkaufen oder erwerben zu können. Es entsteht, wenn nur wenige Marktteilnehmer bereit sind, zu handeln.

Erklärung

Wer Aktien Risiken verstehen möchte, darf die Handelbarkeit nicht übersehen. Eine Aktie ist dann liquide, wenn sie sich leicht und mit geringen Preisunterschieden zwischen An- und Verkauf umsetzen lässt. Ist das nicht der Fall, steigt das Liquiditätsrisiko: Verkäufer finden möglicherweise nur Abnehmer, wenn sie deutlich unter dem zuletzt notierten Preis nachgeben.

Messbar ist die Liquidität unter anderem am Handelsvolumen, an der Häufigkeit von Umsätzen und an der Spanne zwischen Geld- und Briefkurs. Eine große Spanne bedeutet, dass der Preis bereits beim unmittelbaren Umschlagen spürbar auseinanderläuft. Das Liquiditätsrisiko ist nicht nur ein Problem beim Verkauf, sondern auch beim Erwerb: Wer größere Stückzahlen aufnehmen möchte, kann den Preis selbst nach oben treiben.

In unruhigen Marktphasen kann die Liquidität plötzlich zurückgehen, weil sich viele Teilnehmer gleichzeitig zurückhalten. Das Liquiditätsrisiko verstärkt dann andere Risiken — ein Wert lässt sich möglicherweise genau dann schlecht abstoßen, wenn man es am nötigsten hätte. Verwandt damit ist das Transaktionsrisiko bei der Abwicklung.

Beispiel

Eine wenig beachtete Notierung wird nur an wenigen Tagen im Monat gehandelt, die Spanne zwischen An- und Verkaufspreis ist groß. Wer in diesem Fall verkaufen möchte, findet möglicherweise keinen sofortigen Abnehmer zum gewünschten Preis und muss den Preis deutlich senken. Bei stark gehandelten Werten ist die Spanne typischerweise kleiner und das Liquiditätsrisiko geringer — ohne dass es ganz verschwindet.

Abgrenzung

Das Liquiditätsrisiko betrifft die Handelbarkeit, nicht die Schwankung an sich — dafür steht die Volatilität. Vom Konzentrationsrisiko zu unterscheiden ist es, weil auch ein breit gestreutes Engagement illiquide sein kann, wenn die Werte selbst selten gehandelt werden. Das Transaktionsrisiko ergänzt die Sicht um die Abwicklung einzelner Vorgänge.

Häufige Fragen

Kann auch eine große Aktie illiquide werden?

Ja. In Krisenphasen kann die Liquidität auch bei sonst gut gehandelten Werten vorübergehend zurückgehen, weil sich viele Teilnehmer gleichzeitig zurückhalten.

Woran erkennt man niedrige Liquidität?

An einem geringen Handelsvolumen, seltenen Umsätzen und einer großen Spanne zwischen Geld- und Briefkurs. Diese Größen sind jedoch veränderlich.