Diversifikation
Diversifikation bezeichnet die Streuung eines Engagements über mehrere Werte, Branchen, Regionen oder Anlagearten. Ziel ist es, einzelne Risikoanteile zu verringern, weil sich Rückschläge nicht auf einen einzigen Wert konzentrieren.
Erklärung
Wer investieren lernen möchte, begegnet der Diversifikation früh: Statt alles auf eine einzige Beteiligung zu setzen, wird das Kapital breiter gestreut. Fällt ein einzelner Wert, fallen andere möglicherweise weniger stark oder entwickeln sich gegenläufig. Dadurch glättet sich das Gesamtergebnis.
Wie gut Streuung wirkt, hängt von der Korrelation der Werte untereinander ab. Bewegen sich zwei Werte weitgehend synchron, bringt ihre Kombination wenig Vorteil. Bewegen sie sich unabhängig voneinander oder sogar entgegengesetzt, sinkt das Risiko des Verbunds insgesamt. Streuung baut daher in erster Linie das unsystematische Risiko ab, nicht aber das systematische Marktrisiko.
Gestreut werden kann entlang verschiedener Achsen: über unterschiedliche Unternehmen, über Branchen, über Regionen und Währungen sowie über verschiedene Anlagearten. Das Gegenstück zur Diversifikation ist das Konzentrationsrisiko, das entsteht, wenn ein Engagement zu stark auf wenige Werte konzentriert ist.
Wer sein Kapital vollständig in eine einzige Aktie einbringt, trägt das volle Risiko dieses einen Unternehmens. Werden stattdessen mehrere Werte aus unterschiedlichen Branchen gehalten, verteilt sich das Risiko: Ein Rückschlag in einer Branche betrifft dann nur einen Teil des Verbunds. Vollständig beseitigen lässt sich das Risiko damit allerdings nicht, da allgemeine Marktrückgänge alle Werte erfassen können.
Abgrenzung
Diversifikation ist kein Schutz gegen das Verlustrisiko insgesamt, sondern eine Methode zur Verringerung einzelner Risikoanteile. Sie ist eng mit der Korrelation verknüpft, die bestimmt, wie stark sich Werte gemeinsam bewegen. Der Beta-Faktor wiederum beschreibt das Verhältnis eines Werts zum Markt und ergänzt so die Sicht auf die Risikobeiträge.
Häufige Fragen
Beseitigt Diversifikation jedes Risiko?
Nein. Sie verringert das unsystematische Risiko, das auf einzelne Werte entfällt. Das systematische Marktrisiko bleibt bestehen, da es alle Werte erfasst.
Wie viele Werte braucht man für Streuung?
Es gibt keine feste Zahl. Wichtiger als die bloße Anzahl ist, dass die Werte unterschiedlich genug sind — gemessen an ihrer Korrelation. Das Thema ist Gegenstand der Beratung.