Unsystematisches Risiko
Das unsystematische Risiko ist derjenige Risikoanteil, der sich auf einzelne Werte, Unternehmen oder Branchen bezieht und sich durch Diversifikation verringern lässt. Es umfasst etwa das Bonitätsrisiko oder das Konzentrationsrisiko.
Erklärung
Um Aktien Risiken zu verstehen, lohnt sich die Unterscheidung zwischen dem, was man streuen kann, und dem, was bleibt. Das unsystematische Risiko hat seine Ursache in Besonderheiten einzelner Unternehmen: einer schwachen Ertragslage, einem Produktionsausfall, einem Skandal oder einer veränderten Wettbewerbssituation. Solche Ereignisse treffen vor allem den einen Wert und nicht zwangsläufig den gesamten Markt.
Weil das so ist, lässt sich das unsystematische Risiko durch Streuung verringern: Fällt ein einzelner Wert, bleiben andere verschont oder entwickeln sich gegenläufig. Wichtig ist dabei die Korrelation der Werte — je unabhängiger sie sich bewegen, desto besser wirkt die Streuung. Vollständig beseitigen lässt sich das unsystematische Risiko allerdings nicht.
Zusammen mit dem systematischen Risiko ergibt das unsystematische Risiko die Gesamtschwankung eines Werts, die in der Volatilität sichtbar wird. Dieser Gedanke ist die Grundlage der Risikoanalyse, ohne dass er eine konkrete Handlungsanweisung darstellt.
Ein einzelnes Unternehmen gerät wegen produktspezifischer Probleme unter Druck, während die übrige Branche unauffällig bleibt. Wer ausschließlich in dieses eine Unternehmen involviert ist, trägt den vollständigen Rückschlag. Wer über mehrere Werte gestreut ist, spürt davon nur einen Teil — das unsystematische Risiko wurde durch Streuung verringert.
Abgrenzung
Das unsystematische Risiko ist der streubare Anteil, das systematische Risiko der nicht streubare. Das Bonitätsrisiko eines einzelnen Herausgebers ist ein klassisches Beispiel für einen unsystematischen Risikoanteil, während breite Marktrückgänge eher systematisch wirken.
Häufige Fragen
Verschwindet das unsystematische Risiko durch Streuung ganz?
Nein, es lässt sich verringern, aber nicht vollständig beseitigen. Wie stark, hängt unter anderem von der Korrelation der Werte ab.
Ist unsystematisches Risiko gleich Bonitätsrisiko?
Nicht ganz. Das Bonitätsrisiko ist ein Beispiel für ein unsystematisches Risiko, aber der Begriff umfasst mehr, etwa branchen- oder unternehmensspezifische Ereignisse.